ABC der Dominikanischen Republik – Teil 1

Ein Gedanke zu “ABC der Dominikanischen Republik – Teil 1”

  1. Sehr interessant, ich werde mir Zeit nehmen um alles das zu lesen.

    Lieber Gruss

    Ernesto

    ________________________________ Von: Los dos en Santo Domingo – Ein Jahr anders leben Gesendet: Donnerstag, 29. Juni 2017 16:52 An: eeschulthess@hotmail.com Betreff: [Neuer Beitrag] ABC der Dominikanischen Republik – Teil 1

    Nikolai & Noémie veröffentlichte:“A wie anpassungsfähig oder autoritätsgläubig A wie anpassungsfähig – Viele Situationen im dominikanischen Alltag verlangen nach Flexibilität. So zum Beispiel wenn die Inhalte einer Weiterbildung fünf Minuten vor Beginn geändert werden; einem Freitags ver“ Kommentiere diesen Beitrag, indem Du über dieser Zeile antwortest

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    A wie anpassungsfähig oder autoritätsgläubig

    A wie anpassungsfähig – Viele Situationen im dominikanischen Alltag verlangen nach Flexibilität. So zum Beispiel wenn die Inhalte einer Weiterbildung fünf Minuten vor Beginn geändert werden; einem Freitags verkündet wird, dass man das Wochenende durcharbeiten muss oder wenn man die Projektplanung nicht, typisch schweizerisch, wie im Büro angedacht durchziehen kann, sondern sich den vorhandenen Gegebenheiten anpassen muss . Aber nicht nur die Arbeit verlangt nach Flexibilität: so auch Abmachungen im Privatleben oder die Organisation von Freizeitaktivitäten. Gründe für diese Notwendigkeit liegen wohl unter anderem in der oftmals unsicheren privaten ökonomischen Situation, aber auch in der spontanen, reaktiven und eher dem Lust-Prinzip folgenden Kultur. Sicherlich spielen auch Aspekte wie die teilweise schwierige Sicherheitslage sowie die in regelmässigen Abständen auftretenden und doch unvorhergesehenen Naturkatastrophen wie der Hurrikan Matthew oder Überschwemmungen eine Rolle.

    A wie autoritätsgläubig – Wir haben schon oft beobachtet, dass viele Dominikaner grossen Respekt und (überhöhende) Hochachtung gesellschaftlich höher gestellten Persönlichkeiten wie beispielsweise Priestern, Bürgermeistern oder Ärzten gegenüber aufweisen. Es scheint uns, dass sozial-ökonomisch niedriger gestellte Dominikaner diese Personen für deren Stellung verehren und Letztere kaum kritisch hinterfragen. Für uns war es ein interkulturelles Lehrstück, dass sich bei uns (als Schweizer) beim Kontakt mit einer gesellschaftlich höher gestellten Person sofort Skepsis und ein prüfender Blick einstellt, als ob wir zunächst die Legitimität seiner Stellung überprüfen wollen bevor wir diese anerkennen. Beispielsweise haben wir uns bei all unseren Arztbesuchen angewöhnt, die vorgegebene Behandlung zunächst so gut es geht selbst zu überprüfen, was sich als wertvoll und gesundheitsförderlich herausgestellt hat. Diese kritische, prüfende Haltung gegenüber einem Arzt ist hier jedoch selten anzutreffen: gemacht wird, was der Arzt sagt. Doch woher kommt diese Autoritätsgläubigkeit? Unter anderem wohl in der Unterbindung kritischer Gedankenbildung oder Reflexion in der Schulbildung wie auch in vielen Familien. Sicherlich fördert/e auch das politische System und dessen Geschichte Gehorsam anstatt wie bei uns Teilnahme und Kritik.

    B wie Batey

    Batey’s sind eine Art Arbeits- und Wohnlager für meist haitianisch-stämmigen Zuckerrohrarbeiter. Diese Lager liegen direkt neben den riesigen Zuckerrohrfeldern, die es überall, doch vor allem im Süden und Osten des Landes gibt. Die Zuckerrohrfelder und die dazugehörigen Lager liegen meist fernab einer Verkehrsanbindung geschweige denn in der Nähe eines Dorfes oder einer Stadt. Diese Lager gehören Privateigentümern, welche die Lager teilweise mit Mauern absperren und von bewaffneten Sicherheitsdiensten bewachen lassen. So wird der Ausgang wie auch der Eintritt ins Lager kontrolliert und reglementiert. So müssen bei einigen Bateys die Arbeiter um eine Bewilligung bitten, um das Batey zu verlassen. Die Arbeiter können aber auch nicht einfach so besucht werden – auch hier benötigt der Besucher eine Bewilligung. Die humanitäre Lage in diesen Lagern ist oft prekär – so fehlen oft Schulen, eine medizinische Grundversorgung und sogar Elektrizität und fliessendes Wasser. Hinzu kommt, dass die Hilfe von humanitären nicht-Regierungs-Organisationen nur bedingt von den Eigentümern zugelassen wird.

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    In vielen Bateys wird von 5 Uhr morgens bis 14 Uhr nachmittags gearbeitet, da die Sonne in diesen Stunden weniger stark und die Arbeit so ein bisschen weniger anstrengend ist. Meist wird sieben Tage die Woche gearbeitet, ohne Ruhetag. So erschweren nicht nur die Lage, die Arbeitszeiten und die Reglementierung die Möglichkeit eines Ausgangs; auch der sehr niedrige Lohn, die offensichtliche Diskriminierung der dominikanischen Bevölkerung, der oft illegale Aufenthaltsstatus oder nicht Vorhandenseins eines Ausweises sowie das nicht-kennen seiner Grundrechte hindert die haitianischen Arbeiter an einem möglichen Ausgang respektive am endgültigen Verlassen der Bateys.

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    Bei Besuchen mit dem Pastoral Materno Infantil in einigen Bateys im Umland von San Pedro waren wir schockiert über den körperlichen wie auch emotionalen Zustand der Arbeiter – so wiesen die meisten Frauen und Männer grossflächige Hauterkrankungen (von den Pestiziden), Geschwüre, Körperverkrümmungen, Tumore und kaum intakte Zähne auf. Im Hinblick auf den psychischen Zustand ist festzuhalten, dass bei Unterhaltungen mit einigen Arbeitern uns zunächst deren starke Alkoholausdünstung entgegenschlug und uns sodann deren verwaschene und äusserst basal ausgebildete Sprache auffiel. Mitarbeiter des Pastorals erzählten uns ausserdem, dass in einigen Bateys Kinder wie auch Frauen von Mitarbeitern des Unternehmens sexuell missbraucht würden. Es käme deshalb auch zu illegalen und von den werdenden Müttern selbst hergeleiteten Abtreibungen. Auch hielten die Mitarbeiter des Pastorals fest, dass viele Familien seit vielen Generationen in diesen Lagern leben und arbeiten – ohne dass die Neugeborenen eine Geburtsurkunde erhalten und so vom Staat erfasst würden.

    Sich gegen diese unzumutbaren und inhumanen Zustände zu wehren ist kaum möglich, da gegen jegliche lagerinterne wie auch -externe Kritik heftig und ohne Respekt vor körperlicher Unversehrtheit vorgegangen wird. Dieses dunkle Geheimnis der dominikanischen Gesellschaft wird ausführlich im Dokumentarfilm „The Price Of Sugar“ beleuchtet (90 Minuten, Englisch / mit englischem Untertitel).

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    C wie Chinesen

    Geht man einmal durch die Handelsstrasse Duarte so sieht man überall e

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